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Das Unfassbare fassbar machen

prof_schram

Krefeld, 11.11.2011: Die 63. Vollversammlung der UN hat das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Chemie erklärt. Die Unternehmerschaft Chemie Niederrhein hat aus diesem Anlass in Kooperation mit der Hochschule Niederrhein eine Vortragsveranstaltung unter dem Titel „Mensch und Chemie – Kulturgeschichte einer Hassliebe“ geplant. Gastgeber für die Veranstaltungen sind Unternehmen, die eng mit den Vortragsthemen in Verbindung stehen.

Der erste Vortrag fand nun bei Air Liquide, dem Weltmarktführer bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz statt. Mehr als 60 Interessenten wurden durch Hugues de Carpentier, Geschäftsführer der AIR LIQUIDE Deutschland GmbH, und Hartmut Schmitz, Hauptgeschäftsführer Unternehmerschaft Chemie Niederrhein, begrüßt. Prof. Dr. Jürgen Schram von der Hochschule Niederrhein spannte in seinem Vortrag "Das Unfassbare fassbar machen - Geschichte der Gase" den Bogen von den Erfindern der Gase bis zur heutigen modernen Nutzung von Gasen.

Während man die Elemente "Wasser" und "Erde" bereits im Mittelalter als aus vielen Stoffen zusammengesetzt erkannte, wurde die "Luft" bis ins 18. Jahrhundert als einheitliche Substanz gesehen. Lediglich der "Erfinder" des Wortes "Gas" Jan van Helmont, bewies - von seinen Zeitgenossen unverstanden -, dass Luft verschieden zusammengesetzt sein kann. Im 18. Jahrhundert wurde durch Einsatz der pneumatischen Wanne das "unfassbare" Gas als Untersuchungsobjekt fassbar und in wenigen Jahrzehnten entdeckten die klügsten Köpfe ihrer Zeit fast alle uns heute bekannten natürlich vorkommenden Gase. Nach seinem facettenreichen und unterhaltsamen Vortrag zeigte Prof. Schram noch einige verblüffende Experimente mit Gasen. So ließ er einen Magneten auf Stickstoff schweben und kühlte eine Rose so weit herunter, dass sie wie eine Eisplatte erbrach.

„In zahlreichen Produkten des täglichen Lebens steckt Chemie. Insbesondere Gase spielen in vielen Produktionsprozessen eine Rolle. Sie werden zum Frosten von Lebensmitteln eingesetzt, im Umweltschutz, in der Medizin. Diese faszinierende Welt der unsichtbaren Helfer möchten wir den Menschen näherbringen“, so Hugues de Carpentier, der sich über die große Resonanz freute.

 

„Die chemische Industrie hat für den Niederrhein eine ganz besondere Bedeutung: Sie ist der größte Wirtschaftszweig, und viele Menschen finden in den Betrieben dieser Branche ihre Arbeitsplätze. Mittelständische Betriebe und große Unternehmen, die weltweit für ihre spezialisierte Produktpalette bekannt sind, finden bei uns optimale infrastrukturelle Bedingungen. Auch Air Liquide produziert hier und exportiert in die ganze Welt“, so Hartmut Schmitz, Hauptgeschäftsführer des niederrheinischen Arbeitgeberverbandes.

 

„Chemie wird leider zu häufig negativ gesehen und mit Gefahren verbunden. Prof. Jürgen Schram von der Hochschule Niederrhein weiß das. „Wir wollen mit unseren Vorträgen zum besseren Verständnis beitragen. Chemische Forschung und Industrie tragen entscheidend dazu bei, mit den begrenzten Ressourcen schonend umzugehen und die zunehmende Weltbevölkerung zu ernähren“, so der Hochschullehrer.