Neuss, 22.03.2010: Wenn vor einer Schule ein blauer Gelenkbus mit Aufklebern der Metall- und Elektroindustrie parkt, gibt es hier Informationen über Ausbildungs- und Berufschancen in der Branche satt.
Regelmäßig tourt der Bus durch das Verbandsgebiet der Unternehmerschaft Niederrhein und macht Station bei Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien. Heute konnten die Schülerinnen und Schüler der Janusz-Korczak Gesamtschule in Neuss die Gelegenheit nutzen und im Bus hören, sehen und ausprobieren.
Das 12 m lange InfoMobil parkte - vollgepackt mit 6 Multimedia Terminals, 2 computergestützten Werkzeugmaschinen und je einem Modell einer Produktions- und einer Hydraulikanlage - direkt vor Neusser Gesamtschule. Interessierten Jugendlichen konnten bei ihrem Besuch erfahren, worauf es ankommt, wenn man sich für Metall- oder Elektroberufe interessiert. Mathematik, räumliches Vorstellungsvermögen, gutes Deutsch und mindestens gute Englischkenntnisse sind die Schulfächer, die hierbei besonders im Fokus stehen. Außerdem sollte man teamfähig sein, kreativ und konzentriert arbeiten können und zuverlässig sein.
Florian, Dominik, Laura und Janine besuchen die 10 Klasse und staunen nicht schlecht, als sie hören, dass für die meisten Ausbildungsberufe in der Metall- und Elektroindustrie ein guter Haupt- oder Realschulabschluss vorausgesetzt werden. „Man braucht gar nicht immer Abi. Wir haben die Abschlüsse wohl immer überbewertet. Jetzt können wir bei unserer Berufswahl nochmal ganz andere Ideen verfolgen“ stellen sie fest. Sie alle haben sich mit Informationsmaterial aus dem Info-Mobil versorgt und halten nun Ausschau nach Firmen, die entsprechende Ausbildungsplätze anbieten. Florian hat eine Lehrstelle bei einem Schreiner so gut wie sicher. „Wenn es aber wider Erwarten nicht klappt und ich noch ein Jahr Schule mache, werde ich mich auf jeden Fall auch nach Betrieben umschauen, die z.B. zum Industriemechaniker ausbilden“, sagt der 17-jährige Schüler.
Auch Laura und Janine haben neue Anregungen bekommen. „Eigentlich möchte ich Fotografin werden und habe auch schon Praktika gemacht. Heute habe ich noch ein paar Alternativen kenngelernt und ich werde mich auf jeden Fall weiter umschauen“ so Janine (17), die im Sommer mit der Schule fertig ist und bereits einen Platz an in einer weiterführenden Schule sicher hat.
Technische Berufe stehen nicht unbedingt im Fokus der Jugendlichen – das weiß auch Claudio Schmickler, der als Berater mit dem Info-Mobil unterwegs ist. "Aber in dem wir den Jugendlichen bewusst machen, was sie können und welche ihrer Fähigkeiten auch für die Berufsbilder der Metall- und Elektroindustrie wichtig sind, können wir sie dafür interessieren. Deshalb empfangen wir sie im Bus in kleinen Gruppen, informieren sie und lassen sie selbst ausprobieren. Dann merkt man schnell, wer mehr will“, so der Berater.
Die Arbeitgeberverbände der Branche haben das InfoMobil entwickelt und wollen damit Nachwuchskräfte erreichen. Und die Chancen, einen Ausbildungsplatz in einem Metall- oder Elektroberuf zu finden, sind gut. Gesucht werden gute Haupt- und Realschüler, die handwerkliches Geschick und Interesse an Technik mitbringen.


