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Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT zu Gast bei Carl Kühne

betriebserkundung_kuehne2_21042010Straelen, 21.4.2010: Eingelegte Gurken, Rotkohl, Sauerkraut und Salatdressings von Kühne kennt jeder. Und so manch einer hat sich sicherlich schon gefragt, wie der Senf in die Tube kommt. Die Lehrer des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT im Kreis Kleve konnten sich davon bei der Betriebserkundung der Carl Kühne KG in Straelen-Herongen ein Bild machen. Zwar läuft die Produktion außerhalb der Saison an vielen Bändern nicht, aber so besteht die Möglichkeit in aller Ruhe einmal genau hinzuschauen, wo im Herbst Gurken und Kraut ihren Weg in die Konserve finden.

 

Die Erkundung von Kühne gehört zum Programm des von der Unternehmerschaft Niederrhein initiierten und betreuten Arbeitskreises SCHULEWirtschaft. Engagierte Lehrerinnen und Lehrer aus der Region sind eingeladen, Betriebe kennen zu lernen und Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten für ihre Schülerinnen und Schüler zu erhalten. „Bei Kühne wird Ausbildung großgeschrieben. Im letzten Jahr gab es 26 Auszubildende im Betrieb. Das sind bei rund 340 Angestellten am Standort fast 8 % der Beschäftigten. Wir sind stolz, dass viele unserer langjährigen Mitarbeiter „Kühne-Eigengewächse" sind – also Kolleginnen und Kollegen, die bereits ihre Ausbildung im Betrieb gemacht haben", so der Produktionsleiter Winfried Heckmanns.

 

Dass bei Kühne niemand ohne Schutzkleidung reinkommt, versteht sich. Und so geht es - ausgestattet mit Kittel und Kopfhaube - durch Produktions- und Lagerhallen. Kühne ist ein gewachsenes Unternehmen. Das sieht man auf dem Gelände. Immer wieder wurden im Laufe der Jahre Hallen angebaut, Anlagen modernisiert und neu aufgebaut. „Gerade wird eine komplett neue Halle mit einer Abfüllanlage eingerichtet", so Heckmanns beim Gang über das Betriebsgelände. Herongen und Kühne haben eine besondere Beziehung zueinander. Das sieht man insbesondere, wenn man Luftbilder vom Unternehmen und die räumliche Nähe zu den Häusern sieht. Viele Mitarbeiter kommen aus Straelen und in der Saison sind es größtenteils Menschen aus der Region, die bei Kühne dafür Sorge tragen, dass die Gurken und der Kohl zügig verarbeitet und dann bis zum Absatz eingelagert werden. Der große Bedarf an Lagerflächen hat sogar dazu geführt, dass ein Bauer in der Nachbarschaft eine riesige Halle eigens an Kühne vermietet.

 

Im Arbeitskreis SCHULEWirtschaft ist seit dem vergangenen Jahr Oliver Hahn die treibende Kraft seitens der Unternehmens. Der ausgebildete Betriebswirt lud die Lehrer ins Unternehmen ein. „Wir sind für viele Menschen in der nahen Umgebung Arbeitgeber, Nachbar und Abnehmer der hier angebauten Gemüse. Daher ist es uns natürlich auch ein Anliegen, zu zeigen, wie wir arbeiten und welche Besonderheiten unser Familien- unternehmen ausmachen" so Oliver Hahn.

 

Die Essigproduktion ist für die interessierten Lehrerinnen und Lehrer besonders beeindruckend. In riesigen Holztanks reift der Essig bis er genussfertig in Flaschen abgefüllt wird. „Es sieht ein wenig historisch aus. Aber es wird mit modernster Technik gearbeitet und die Überwachung der gesamten Produktion erfolgt über Computer" so Produktionsleiter Winfried Heckmanns.
Die Aromen und Gewürze liegen bei Kühne buchstäblich in der Luft. Von der Essigproduktion geht es weiter zum Senf. Hier wird gezeigt, wie die Senfsaat zunächst gemischt, dann eingeweicht und schließlich gemahlen wird. Die gelbe Masse wird in der nächsten Halle sofort in Tuben, Gläser und Eimer gefüllt und anschließend im Lagerhaus bereitgestellt.

 

Eine Besonderheit ist sicherlich auch, dass Kühne mit dem Haus Freudenberg in Kleve zusammenarbeitet. Die anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen zur beruflichen Eingliederung wird regelmäßig mit der Bestückung von Displays, die in Supermärkten auf Sonderverkaufsflächen positioniert werden, beauftragt. „Die Menschen, die zu uns kommen, werden als Kollegen angenommen und nehmen an allen Mitarbeiterveranstaltungen – wie z.B. der Weihnachtsfeier teil", berichtet Heckmanns und vergisst nicht zu erwähnen, dass die „Freudenberger" die Arbeit mit viel Engagement erledigen und dass es noch niemals Beanstandungen gab.