Als Frau in Führung gehen“: Halbzeit beim Mentoring-Programm von HS Niederrhein, Unternehmerschaft Niederrhein und LLiT

Die Absolventinnen des Studiengangs „Wirtschaftsingenieurwesen“ mit ihren Mentorinnen und Mentoren sowie Projektleiterin Dr. Inge Röhnelt, Kirsten Wittke-Lemm, Hauptgeschäftsführerin der Unternehmerschaft Niederrhein, Prof. Ralf Kampker, Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Niederrhein und Dr. Sandra Laumen, Gleichstellungsbeauftragte der HSNR.

Nachdem die Hochschule Niederrhein im Februar in Kooperation mit der Unternehmerschaft Niederrhein und dem Krefelder Netzwerk „Leading Ladies in Town“ das Mentoring-Programm „Als Frau in Führung gehen“ initiiert hat, haben die zehn Tandems das Programm in den letzten Monaten nach und nach mit Leben gefüllt.

Zur Halbzeitveranstaltung haben die Studienabsolventinnen des Fachbereichs Wirtschaftsingenieurwesen und ihre Mentorinnen und Mentoren Bilanz gezogen. Seit den ambitionierten jungen Frauen Führungskräfte aus niederrheinischen Unternehmen zur Seite stehen, sei einiges passiert. „Meine Mentorin fördert und fordert mich aktiv darin, meine Arbeit und mein Handeln selbstständig zu reflektieren, meine berufliche Identität weiterzuentwickeln“, so die 25-jährige Eva Houben, die seit nunmehr fünf Monaten im Austausch mit Wiebke Rumpf steht, Geschäftsführerin der AMETEK GmbH in Meerbusch. „Ich bin glücklich, meine Erfahrungen an meine Mentee weitergeben zu können. Der Austausch erweitert nicht nur ihren Horizont, sondern auch meinen“, so die erfahrene Managerin, die die Geschäfte der AMETEK an mehreren Standorten in Deutschland verantwortet. „Dadurch, dass ich mich mit einem jungen, ambitionierten Talent außerhalb meines direkten Umfeldes beschäftige, verlasse ich meine Routinen. Ich mache also parallel auch eine Bestandsaufnahme meines eigenen Lebens, meiner Ziele und Gewohnheiten und profitiere somit auch persönlich von dem Programm.“

Mentee Sarah Luther zieht ebenfalls eine positive Bilanz. Die 31-jährige Mutter einer kleinen Tochter macht aktuell ihren Master in Energiewirtschaft und arbeitet mit ihrer Mentorin an ihrem Ziel, Projektleitung zu werden. „Mein Fokus liegt daher auf Unterstützung im Bereich Projektmanagement und Teamführung.“ Ein Job wie gemacht für Sabine Weber von der Pierburg GmbH in Neuss. Als Program Managerin hat sie Erfahrung in der Führung von Projektteams, die die Mentorin gerne weitergibt. „Ich möchte meiner Mentee helfen, Frau zu bleiben in einer Männerwelt. Dazu muss man sich aneignen, Grenzen zu setzen. Zudem gebe ich Hilfestellungen in Sachen Teamworking und Krisenbewältigung.“

Der Wissensaustausch und die Kommunikation verschiedener Generationen untereinander sei förderlich für beide Seite, sind sich Prof. Ralf Kampker, Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen, die Gleichstellungsbeauftragte der HSNR, Dr. Sandra Laumen, und Projektleiterin Dr. Inge Röhnelt einig. Gemeinsam haben sie in den letzten Monaten für die Tandems Workshops zur Profilbildung abgehalten. „Kernstück des Mentoring-Programms sind aber die monatlich stattfindenden Tandemtreffen, bei denen es vor allem um aktives Zuhören geht“, so Kampker. Das Programm stelle den Berufseinstieg der jungen Frauen in den Fokus, die aktive Karriereplanung in einer Männerdomäne und setze dabei auf gemischte Teams. „Das ist effektiver, um langfristig mehr Frauen erfolgreich in technischen Berufen und dem MINT-Bereich zu integrieren“, erläutert Röhnelt.

„Unser Ziel ist, Personalpotenziale für die heimische Wirtschaft zu heben und zu nutzen, was in Zeiten akuten Fachkräftemangels mehr als dringend notwendig ist“, so Kirsten Wittke-Lemm, Hauptgeschäftsführerin der Unternehmerschaft Niederrhein. „Wir haben die Möglichkeit ergriffen, Frauen bei der frühzeitigen Planung der eigenen beruflichen Karriere zu unterstützen, sie praxisnah auf berufliche Anforderungen und auf Führungspositionen vorzubereiten und damit langfristig den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen - aus der Praxis für die Praxis!“

Das Mentoring-Programm "Als Frau in Führung gehen" läuft noch bis September - mit der Aussicht auf eine anschließende Erweiterung des Projektumfangs. Angedacht ist, künftig auch weitere Fachbereiche der Hochschule zu bedienen.