Tarifrunde 2026: Angebot der Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie in der 2. Verhandlungsrunde
Die NRW-Metallarbeitgeber haben in der 2. Tarifverhandlung für die rund 640.000 Beschäftigten der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie am Dienstag in Düsseldorf ein Angebot vorgelegt:
- Das Angebot sieht eine differenzierbare Einmalzahlung in Höhe von 1 Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027 und eine Tabellenerhöhung in Höhe von 1,3 Prozent im Juli 2028 bei einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2028 vor.
- Die automatische Differenzierung muss ausgeweitet und dauerhaft fortgeschrieben werden.
- Das Angebot erfolgt in der Erwartung der Einführung eines betrieblichen Instruments zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung.
- Es besteht ein Gesprächswunsch über die hohen Krankenstände und Maßnahmen zur Senkung der Krankheitskosten.
- Es besteht ferner ein Gesprächswunsch zur beschleunigten Einführung von KI.
Der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, bezeichnete das Angebot angesichts der längsten und schwersten strukturellen Krise dieses Industriezweigs als „Zeichen der Bereitschaft der Arbeitgeber zu einer schnellen und konstruktiven Lösungsfindung“. Es sei zudem ein Versuch, dem so gut wie nicht vorhandenen Verteilungsspielraum gerecht zu werden. Die Forderung der IG Metall von fünf Prozent löse bei den M+E-Unternehmen in Nordrhein-Westfalen nach wie vor großes Unverständnis aus und gehe an den wirtschaftlichen Realitäten völlig vorbei. „Die sehr hohe Gewerkschaftsforderung trifft die Betriebe zu einer Zeit, in der sie eher Kostenentlastungen statt Kostensteigerungen benötigen“, betonte Kirchhoff. Die Tarifrunde 2026 sei auch eine entscheidende für die Akzeptanz und damit die Zukunft des Flächentarifvertrages.