Chemie-Tarifrunde 2019 — Forderungsempfehlung der IG BCE liegt vor

Die Tarifverhandlungen für die 580.000 Beschäftigten in den 1.900 Betrieben der Chemie- und Pharmaindustrie beginnen am 30. September 2019 mit den Verhandlungen auf regionaler Ebene. Die IG BCE hat am 18. Juni 2019 ihre Forderungsempfehlung für die Chemie-Tarifrunde 2019 verkündet. Neben einer Entgelterhöhung wird ein persönliches Zukunftskonto für die Beschäftigten und die Einführung einer Pflegezusatzversicherung gefordert.

Aus Sicht der Arbeitgeber hat diese Forderung mit den wirtschaftlichen Fakten wenig zu tun: Produktion in den ersten 4 Monaten minus 6 % im Vergleich zum Vorjahr; Umsatz minus 4 %; Produktivität minus 8 %.

„Die Konjunktur steht kräftig auf der Bremse – tariflich können wir dann nicht aufs Gaspedal treten. Das schadet dem Motor unserer Branche“, erklärt BAVC-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller zur Forderungsempfehlung der IG BCE für die Chemie-Tarifrunde 2019. Stiller fordert weiter, dass sich das Gesamtbudget der Tarifrunde an der wirtschaftlichen Realität orientieren muss. „Die Summe der Forderungen der IG BCE sprengt diesen Rahmen komplett“, so Stiller.

Die Forderungsempfehlung der IG BCE im Einzelnen:

  • Schaffung eines persönlichen Zukunftskontos in Höhe von jährlich 1.000,00 €, über das jeder Beschäftigte individuell verfügen kann.
  • Reale Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen.
  • Einführung der bundesweit ersten tariflichen Pflegezusatzversicherung. Sie wird durch die Arbeitgeber finanziert und schließt bei Eintritt des Pflegefalls die Finanzierungslücke zur gesetzlichen Vorsorge.
  • Qualifizierungsoffensive zur Begleitung des digitalen Wandels.
  • Die Laufzeit des Tarifvertrags ist abhängig vom Gesamtpaket.

Die Forderungsempfehlung des Hauptvorstands wird nun in den Bezirken diskutiert, bevor die IG BCE am 19. September 2019 die abschließende Forderung beschließt.