Jugend forscht 2026: Das sind die RegionalsiegerInnen
Die Unternehmerschaft Niederrhein hat den 31. Regionalwettbewerb Niederrhein von Jugend forscht im Krefelder Seidenweberhaus und dem Theater ausgerichtet. Insgesamt haben bei den 15- bis 21-Jährigen sieben Teams Regionalsiege geholt. In der Juniorsparte von Jugend forscht (bis 14 Jahre) waren es neun erste Plätze.
Mit ihren Arbeiten sind die SchülerInnen unter insgesamt 148 Projekten herausgestochen. Beteiligt hatten sich rund 300 Kinder und Jugendliche aus den Kreisen Kleve, Wesel, Heinsberg, Viersen, dem Rhein-Kreis Neuss sowie aus Mönchengladbach und Krefeld. Zudem war eine Arbeit aus Bad Münstereifel organisatorisch an den Niederrhein verschoben worden.
Das sind die diesjährigen RegionalsiegerInnen:
Jugend forscht Kreis Wesel:
Fachgebiet Arbeitswelt
Robin Föhles (19) und Leo Petrak (18), LEMKEN GmbH & Co. KG in Alpen
Sie hatten sich unter dem Titel "DeichselGuard" ein Problem gelöst, das in der Praxis vieler Landmaschinen bekannt ist: Kollisionen zwischen Deichsel und Reifen oder Ketten bei Traktoren mit Doppelbereifung. Dazu hatten sie ein innovatives Warnsystem entwickelt: Ein Ultraschallsensor misst kontinuierlich den Abstand zwischen Traktor und Gerät, eine selbst programmierte Auswerteeinheit verarbeitet die Daten in Echtzeit und der Fahrer wird rechtzeitig durch ein optisches oder akustisches Signal gewarnt. So lassen sich Schäden und hohe Reparaturkosten vermeiden. Die Arbeit ist so ausgereift, dass sie tatsächlich ein Produkt werden kann und soll – ein beeindruckendes Beispiel für unternehmerisches Denken, technische Innovation und praxisnahe Lösungskompetenz für das die Beiden zudem auch noch den Sonderpreis der Unternehmerschaft Niederrhein gewonnen haben.

Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften
Karoline Finkler (16) und Timo Bartels (18) vom Gymnasium Adolfinum in Moers
Sie hatten die Überlebenschancen von Mikroorganismen unter extremophilen Bedingungen wie Röntgen-, UV- und radioaktiver Strahlung untersucht. Unter dem Titel „Now even further? Schutzmöglichkeiten vor extremophilen Bedingungen“ hatten sie durch Experimente Rückschlüsse darüber gezogen, ob Leben im Weltraum bei ausreichendem Schutz möglich wäre. Sie hatten untersucht, welche Strahlung die Mikroorganismen bei welchem Schutz am besten oder am schlechtesten aushalten.

Jugend forscht junior Kreis Wesel
Fachgebiet Physik
Alexander Berg (14) vom Gymnasium Adolfinum in Moers
Er hat das Phänomen der Ringsingularitäten in Schwarzen Löchern untersucht. Im Fokus stand die Frage, ob diese nicht unendlich gekrümmten Strukturen Informationen transportieren oder speichern könnten – und damit theoretisch Wurmlöcher ermöglichen. Methodisch nutzte er Literaturrecherche, analysierte komplexe physikalische Formeln, entwickelte eigene Modelle und verglich sie mit aktueller Forschung. Ziel war die Formulierung eines neuen Theorieansatzes, der realistischere Lösungen für Ringsingularitäten bietet.

Jugend forscht Rhein-Kreis Kreis Neuss
Fachgebiet Arbeitswelt
Marie Hoffmann (14), Leif Sekul (15) und Emma Nagowski (14) vom Norbert-Gymnasium Knechtsteden in Dormagen
Unter dem Titel „Die Exit-Strategie - Die Notausgang-Philosophie“ hatten sie untersucht, wie Hindernisse, Markierungen und Abtrennungen an Fluchttüren das Verhalten von Menschen im Notfall beeinflussen. Dazu führten sie Experimente mit verschiedenen Aufbauten und entsprechende Effektivitätsmessungen durch. Zum Vergleich analysierten sie auch, wie eine Schafherde durch ein Gatter läuft und ob bestimmte Formationen das Durchkommen erleichtern. Ziel war es, daraus Erkenntnisse zu gewinnen, um Evakuierungen zu verbessern und die Sicherheit an ihrer Schule zu erhöhen.

Jugend forscht junior Rhein-Kreis Neuss
Fachgebiet Biologie
Sophia Holter (14), Hanna Thomy (14) und Mara Botta (14) vom Norbert-Gymnasium Knechtsteden in Dormagen
Unter dem Titel „Kleine Fische, große Wirkung? Ein lebendiger Kreislauf“ hatten sie untersucht, wie sich Aquariumwasser im Vergleich zu Leitungswasser auf das Pflanzenwachstum auswirkt. In einem selbstgebauten Modell hatten sie Guppys in einem Aquarium gehalten, deren Nährstoffausscheidungen über eine Pumpe zu Kressepflanzen geleitet und anschließend gefiltert zurückgeführt – ein geschlossener Kreislauf. Erste Ergebnisse zeigten, dass Kresse im nährstoffreichen Aquarienwasser besser wächst. Solche Kreislaufsysteme könnten künftig in städtischen Hydrokulturen oder sogar in der Raumfahrt zur Ertragssteigerung eingesetzt werden.

Fachgebiet Biologie
Leah Scharfenberg (12), Annalena Esser (12) und Naomi Adiemeli (13) vom Norbert-Gymnasium Knechtsteden in Dormagen
Sie haben mit ihrem Projekt „Too Bright To Grow! Die Verschmutzung durch Licht“ überzeugt. Aufbauend auf ihrem Vorjahresprojekt, das die Auswirkungen von Industriebeleuchtung auf Vögel untersuchte, analysierten sie, wie unterschiedliche Lichtfarben das Pflanzenwachstum beeinflussen. Am Beispiel von Kresse haben sie Veränderungen in Wachstum und Neigung der Sprossachse gemessen und zusätzlich geprüft, wie diese Neigung die Standfestigkeit von Bäumen beeinflusst. Ziel war es, Empfehlungen für eine umweltfreundlichere Beleuchtung von Industrieanlagen zu geben, um das lokale Ökosystem zu schützen.

Fachgebiet Chemie
Frederik Jakobs (14) vom Gymnasium Norf in Neuss
Unter dem Titel „Verbrennung von Plastikmüll zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung“ hatte er untersucht, wie sich verschiedene Plastikarten energetisch nutzen lassen. Mit einem Kalorimeter bestimmte er die Brennwerte der Kunststoffe und verglich die Ergebnisse. Ziel des Projektes war es, Wege zu finden, Plastik sinnvoll zu verwerten und so die Umweltbelastung durch Plastikmüll zu reduzieren.

Jugend forscht Kreis Kleve
Fachgebiet Technik
Michel König (20), SPECTRO Analytical Instruments GmbH in Kleve
Er hat mit seinem Projekt „Kompensation temperaturbedingter Längenänderung in feinmechanischen Systemen“ überzeugt. Hintergrund seiner Arbeit ist, dass Temperaturänderungen in hochpräzisen optischen Systemen kleinste Verschiebungen verursachen und so die Genauigkeit stark beeinträchtigen können. Zum Ausgleich entwickelte er ein System mit Piezoantrieb, das Bauteile bei Temperaturänderungen automatisch nachjustiert. Eine dafür programmierte Software erfasst die Temperaturdaten und steuert den Antrieb.

Jugend forscht Krefeld
Fachgebiet Physik
Qingyan Li (17) vom Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld
Unter dem Titel „Das paradoxe fallende Seil: Wenn klassische Mechanik plötzlich überraschend wird“ hatte er gezeigt, wie ein scheinbar simples mechanisches System unerwartet komplexes Verhalten zeigt. Lässt man bei einem beidseitig nahe der Decke aufgehängten Seil ein Ende los, fällt es schneller als im freien Fall. Dies wirkt zunächst wie ein Verstoß gegen den Energieerhaltungssatz. Tatsächlich bleibt die Gesamtenergie jedoch erhalten. Ursache ist eine interne Energieübertragung im Seil: Über die Seilspannung wird Energie vom aufsteigenden zum fallenden Ende übertragen, wodurch dieses zusätzlich beschleunigt wird.

Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften
Anton Rütten (16), Ilinca Manole (16) und Haimo Wang (16) vom Gymnasium Fabritianum in Krefeld
Sie hatten unter dem Titel „Instant Universe“ einen selbst entwickelten Wetterballon bis auf 40.000 Meter steigen und dort umfangreiche Messdaten sammeln lassen. Das Team hatte die gesamte Technik eigenständig konzipiert und gebaut – von der 3D-gedruckten Außenhülle über eine spezielle Kapsel, die sogar das Kochen von Nudeln unter den extremen Bedingungen der Stratosphäre ermöglicht, bis hin zu einer legalen Hochreichweiten-Kommunikation mit bis zu 100 Kilometern Distanz für die Echtzeit-Datenübertragung.

Jugend forscht junior Krefeld
Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften
Artur Skubsch (14) vom Gymnasium Fabritianum in Krefeld
Er hat untersucht, wie CAM-Pflanzen wie Aloe Vera, Bogenhanf und Kakteen bei Tag und Nacht Sauerstoff und CO2 austauschen. Mit speziellen Boxen und Wärmelampen simulierte er Tag- und Nachtbedingungen und maß dabei Sauerstoff-, CO2- und Temperaturwerte. Ziel war herauszufinden, welche Pflanzen das Raumklima besonders verbessern.

Fachgebiet Arbeitswelt
Leonie Kapischke (13) von der Gesamtschule Uerdingen
Sie hatte den „Einfluss eines Mittagsschlafes auf den Cortisolspiegel bei Jugendlichen“ untersucht. Dabei testete sie über zwei Wochen die SchülerInnen ihrer 10. Klasse: In der ersten Woche ohne Schlafpause, in der zweiten Woche mit Mittagsruhe. Die Ergebnisse zeigten, dass ein kurzer Mittagsschlaf den Cortisolspiegel senkt und somit Stress reduziert – eine vielversprechende Methode, die Konzentration am Nachmittag zu steigern.

Jugend forscht junior Kreis Viersen
Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften
Emil Göhring (12) und Benno Reddemann (11) von der Gesamtschule Brüggen
Im Rahmen ihres Projektes "Das Moor - Klimakiller und Klimaretter zugleich" hatten sie untersucht, wie CO2 als Treibhausgas zum Klimawandel beiträgt und wie man dies mit einfachen Mitteln anschaulich zeigen kann. Außerdem beschäftigten sie sich damit, wie überschüssiges C02 aus der Atmosphäre entfernt werden könnte und setzten ihre Ergebnisse im Rahmen eines Films um.

Fachgebiet Chemie
Sophie Unger (13) und Elisabeth Salditt (13) von der Liebfrauenschule Mühlhausen in Grefrath
Für ihre Projektarbeit „Chromathographischer Nachweis auf Mikroplastik in Gewässern“ hatten sie untersucht, wie sich Mikroplastik in Gewässerproben nachweisen lässt. Mit Papier- und Dünnschichtchromatographie trennten sie die Partikel und machten sie unter UV-Licht mithilfe von Nilrot sichtbar. Ziel war es, die Verbreitung von Mikroplastik in der Umwelt besser zu verstehen.

Fachgebiet Technik
Till Paulessen (14) von der Johannes-Kepler-Realschule in Viersen
Unter dem Titel „Smart Guard gegen Marder“ hatte er ein intelligentes System entwickelt, das Marder vom Auto fernhält, ohne ihnen zu schaden. Das System nutzt einen Arduino und mehrere Sensoren: Erkennt der Bewegungsmelder ein Tier, wird Wasser versprüht, um es zu vertreiben. So bleiben Auto und Tier unversehrt – eine smarte und tierfreundliche Lösung für ein häufiges Winterproblem.

Jugend forscht Bad Münstereifel (Arbeit an den Niederrhein verschoben)
Fachgebiet Technik
Maximilian Bietz (16) vom städtischen St. Michael-Gymnasium Bad Münstereifel
Er hatte eine Unerwasserdrohne zur Untersuchung aquatischer Ökosysteme entwickelt, da Untersuchungen unterhalb der Wasseroberfläche üblicherweise nur mit größerem Aufwand möglich, für ein biologisches Monitoring aber unabdingbar sind. Kommerziell verfügbare Lösungen sind aber derart teuer, dass sie für viele Einrichtungen und Anwender mit limitierten Budgets unerschwinglich sind. Maximilian Bietz hatte daher eine kostengünstige und praxistaugliche Unterwasserdrohne mit einer stabilen und nutzerfreundlichen Kommunikation zwischen Drohne und User an Land entwickelt.

„Ich bin begeistert, wie die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen das diesjährige Wettbewerbsmotto Maximale Perspektive umgesetzt haben: Sie haben sich getraut, mutig zu denken, Perspektiven zu wechseln, Grenzen zu hinterfragen und innovative Ansätze für die Zukunft zu entwickeln“, so Dr. Ralf Wimmer. Als Wettbewerbspate von Jugend forscht hat sich der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Niederrhein genau das von den JungforscherInnen gewünscht. „Solche Talente sind insbesondere für die Wirtschaft am linken Niederrhein unverzichtbar.“
Auch Wettbewerbsleiter Dr. Thomas Zöllner freut sich über die qualitativ hochwertigen Projektarbeiten und wünscht den Regionalsiegerteams viel Glück. „Sicher haben unsere Teilnehmenden gute Chancen bei den Landeswettbewerben.“
Der Landeswettbewerb in der Sparte Jugend forscht findet vom 17. - 19. März 2026 an der Ruhr-Universität Bochum statt. Die Landesausscheidung der Juniorsparte des Wettbewerbs läuft am 09. Mai 2026 bei der Westenergie AG in Essen.