NRW-Landeswettbewerb Jugend forscht junior: LandessiegerInnen vom Niederrhein

Als Ausrichter des Regionalwettbewerbs Niederrhein von Jugend forscht freut sich die Unternehmerschaft Niederrhein über die Erfolge „ihrer“ RegionalsiegerInnen beim Jugend forscht junior Landeswettbewerb, der am Wochenende von der Westenergie AG in Essen ausgerichtet worden ist. Von den insgesamt neun Siegerteams, die in Krefeld in der Juniorsparte von Jugend forscht (bis 14 Jahre) gewonnen hatten, haben es sechs auch auf Landesebene aufs Siegertreppchen geschafft.

So freut sich der Arbeitgeberverband besonders über das Abschneiden von Leah Scharfenberg (12), Annalena Esser (12) und Naomi Adiemeli (13) im Fachgebiet Biologie. Die Schülerinnen des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden haben mit ihrem Projekt „Too Bright To Grow! Die Verschmutzung durch Licht“ den ersten Platz belegt. Sie hatten aufbauend auf ihrem Vorjahresprojekt, das die Auswirkungen von Industriebeleuchtung auf Vögel untersuchte, analysiert, wie unterschiedliche Lichtfarben das Pflanzenwachstum beeinflussen. Am Beispiel von Kresse hatten sie Veränderungen in Wachstum und Neigung der Sprossachse gemessen und zusätzlich geprüft, wie diese Neigung die Standfestigkeit von Bäumen beeinflusst. Ziel war es, Empfehlungen für eine umweltfreundlichere Beleuchtung von Industrieanlagen zu geben, um das lokale Ökosystem zu schützen.

Einen zweiten Platz haben Emil Göhring (12) und Benno Reddemann (11) von der Gesamtschule Brüggen geholt. Sie hatten im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften untersucht, wie CO2 als Treibhausgas zum Klimawandel beiträgt und wie man dies mit einfachen Mitteln anschaulich zeigen kann. Unter dem Titel "Das Moor - Klimakiller und Klimaretter zugleich" hatten sie sich außerdem damit beschäftigt, wie überschüssiges C02 aus der Atmosphäre entfernt werden könnte und ihre Ergebnisse im Rahmen eines Films umgesetzt. Für ihre Arbeit haben sie zusätzlich den Sonderpreis Umwelt gewonnen, der ihnen eine Einladung ins Umweltministerium beschert hat.

Zudem haben vier Teams vom Niederrhein einen dritten Platz beim NRW-Landeswettbewerb geholt: Aus Krefeld konnte Leonie Kapischke (13) von der Gesamtschule Uerdingen mit ihrem Projekt „Einfluss eines Mittagsschlafes auf den Cortisolspiegel bei Jugendlichen“ überzeugen. Sie hatte für das Fachgebiet Arbeitswelt über zwei Wochen die SchülerInnen ihrer 10. Klasse getestet: In der ersten Woche ohne Schlafpause, in der zweiten Woche mit Mittagsruhe. Die Ergebnisse zeigten, dass ein kurzer Mittagsschlaf den Cortisolspiegel senkt und somit Stress reduziert – eine vielversprechende Methode, die Konzentration am Nachmittag zu steigern.

Ein weiterer dritter Platz ist im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften an Artur Skubsch (14) vom Gymnasium Fabritianum in Krefeld gegangen: Er hatte untersucht, wie CAM-Pflanzen wie Aloe Vera, Bogenhanf und Kakteen bei Tag und Nacht Sauerstoff und CO2 austauschen. Mit speziellen Boxen und Wärmelampen simulierte er Tag- und Nachtbedingungen und maß dabei Sauerstoff-, CO2- und Temperaturwerte. Ziel war herauszufinden, welche Pflanzen das Raumklima besonders verbessern.

Im Fachgebiet Technik hat Till Paulessen (14) von der Johannes-Kepler-Realschule in Viersen einen dritten Platz mit seinem Projekt „Smart Guard gegen Marder“ geholt. Er hatte ein intelligentes System entwickelt, das Marder vom Auto fernhält, ohne ihnen zu schaden. Das System nutzt einen Arduino und mehrere Sensoren: Erkennt der Bewegungsmelder ein Tier, wird Wasser versprüht, um es zu vertreiben.

Zudem hatte Alexander Berg (14) vom Gymnasium Adolfinum in Moers das Phänomen der Ringsingularitäten in Schwarzen Löchern untersucht. Im Fokus stand die Frage, ob diese nicht unendlich gekrümmten Strukturen Informationen transportieren oder speichern könnten – und damit theoretisch Wurmlöcher ermöglichen. Seine Arbeit war der Jury ebenfalls einen dritten Platz im Fachgebiet Physik wert.

Die niederrheinischen Teilnehmenden sind beim diesjährigen Landeswettbewerb mit ihren Arbeiten unter insgesamt 56 Forschungsprojekten von 88 JungforscherInnen herausgestochen. „Die diesjährigen Beiträge haben eindrucksvoll gezeigt, mit wie viel Ideenreichtum, Ausdauer und fachlicher Neugier junge Menschen an naturwissenschaftliche und technische Fragestellungen herangehen. Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit die Teilnehmenden ihre Themen durchdrungen und präsentiert haben“, betont Dr. Thomas Zöllner, Wettbewerbsleiter des Regionalwettbewerbs Niederrhein in Krefeld.

Auch Dr. Ralf Wimmer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Niederrhein und langjähriger Patenbeauftragter von Jugend forscht, sieht in den Ergebnissen ein starkes Signal: „Die ausgezeichneten Platzierungen machen deutlich, welches Potenzial in den jungen Talenten unserer Region steckt. Wer sich früh mit MINT-Themen beschäftigt, entwickelt nicht nur Wissen und Kreativität, sondern auch Kompetenzen, die für die Zukunft unserer Region als Innovations-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung sind.“