Tarifverhandlungen in der MuE-Industrie in Baden-Württemberg ohne Ergebnis

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Am 11. Janu­ar 2018 ende­te in Böb­lin­gen die 3. Tarif­ver­hand­lung in der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie Baden-Würt­tem­berg ergeb­nis­los. Die Metall­ar­beit­ge­ber sind ent­täuscht dar­über, dass sich die IG Metall in der 3.Verhandlung der Tarif­ge­sprä­che für die Beschäf­tig­ten der baden-würt­tem­ber­gi­schen Metall- und Elek­tro­in­dus­trie bei den The­men Ent­gelt und Lohn­zu­schlä­ge für Teil­zeit­be­schäf­tig­te kei­nen Mil­li­me­ter bewegt hat. „Immer­hin hat die Gewerk­schaft beim The­ma Arbeits­zeit erst­mals Bereit­schaft signa­li­siert, auch über die Volu­men­fra­ge mit uns zu spre­chen“, sag­te Dr. Ste­fan Wolf, Vor­sit­zen­der des Arbeit­ge­ber­ver­bands Süd­west­me­tall, am Don­ners­tag im Anschluss der Ver­hand­lung in Böb­lin­gen: „Wir sind im Gegen­zug auch bereit, über Rah­men­be­din­gun­gen zu reden für Beschäf­tig­te, die ihre Arbeits­zeit vor­über­ge­hend redu­zie­ren wol­len.“

Auf­grund des Fach­kräf­te­man­gels ist eine Aus­wei­tung befris­te­ter Teil­zeit­mög­lich­kei­ten aus Sicht der Arbeit­ge­ber nur denk­bar, wenn den Betrie­ben ein ent­spre­chen­der Volu­men­aus­gleich zur Ver­fü­gung gestellt wird – z.B. über mehr indi­vi­du­el­le Mög­lich­kei­ten für Beschäf­tig­te, 40 Stun­den pro Woche zu arbei­ten. „Mehr als die Hälf­te unse­rer Betrie­be sieht im Fach­kräf­te­man­gel das größ­te Geschäfts­ri­si­ko. Knapp ein Vier­tel klagt über Pro­duk­ti­ons­be­hin­de­run­gen, weil die Leu­te feh­len“, sag­te Wolf: „Da kön­nen wir doch nicht nur über ein­sei­ti­ge Ansprü­che, die Arbeits­zeit zu redu­zie­ren, dis­ku­tie­ren. Das haben wir der IG Metall heu­te in der Ver­hand­lung noch ein­mal ver­deut­licht. Außer­dem wol­len vie­le Beschäf­tig­te in unse­ren Betrie­ben mehr ver­die­nen und sind dafür bereit, auch län­ger zu arbei­ten. Hier soll­te die IG Metall ihre Bevor­mun­dung auf­ge­ben.

Ent­täuscht zeig­te sich der Süd­west­me­tall-Vor­sit­zen­de dar­über, dass die IG Metall wei­ter­hin an einem Lohn­zu­schlag für Beschäf­tig­te mit Kin­dern oder Pfle­ge­be­darf fest­hal­te, die ihre Arbeits­zeit vor­über­ge­hend absen­ken wol­len: „Dass man­che Mit­ar­bei­ter für die glei­che Arbeit mehr bekom­men sol­len als ande­re, ist unge­recht und ver­stößt gegen das Prin­zip von Leis­tung und Gegen­leis­tung.“ Außer­dem dis­kri­mi­nie­re die­se For­de­rung die weit über­wie­gend weib­li­chen heu­ti­gen Teil­zeit­kräf­te, die kei­nen Zuschlag bekä­men, und sei des­halb rechts­wid­rig.

Als „wenig lösungs­ori­en­tiert“ bezeich­ne­te Wolf zudem die Hal­tung der IG Metall in der Ent­gelt­fra­ge: „Wir haben bereits in der 2. Ver­hand­lung ein Ange­bot vor­ge­legt, das für unse­re Beschäf­tig­ten 2018 ein grö­ße­res Lohn­plus bedeu­tet als im ver­gan­ge­nen Jahr. Wir sind also schon einen Schritt auf die IG Metall zuge­gan­gen.“ Trotz wei­ter­hin bestehen­der Dif­fe­ren­zen in vie­len Punk­ten haben die Tarif­part­ner nun die Ein­rich­tung einer Exper­ten­kom­mis­si­on mit betrieb­li­chen Fach­leu­ten bei­der Sei­ten beschlos­sen, um auch zwi­schen den Ver­hand­lun­gen mit Hoch­druck an Lösungs­mo­del­len zu arbei­ten. Die­ses Instru­ment habe sich bereits in vor­an­ge­gan­ge­nen Tarif­run­den bewährt.

Die 3. Run­de der Ver­hand­lun­gen für den Tarif­be­zirk NRW fin­det am kom­men­den Don­ners­tag, 18. Janu­ar, in Düs­sel­dorf statt.

 

 

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