Ist unser Gehirn fit für die Zukunft?

Gastgeberin und -redner bei der Jahresveranstaltung der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT: Professor Dr. Martin Korte, Technische Universität Braunschweig, und Astrid Holzhausen, Bildungsreferentin Unternehmerschaft Niederrhein

Wie sich Lernen mit digitalen Medien auf unser Gehirn auswirkt, war Thema des Vortrages von Prof. Dr. Martin Korte bei der diesjährigen Vortragsveranstaltung der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT der Unternehmerschaft Niederrhein in Krefeld. „Wir können das Schwert nicht gegen digitale Medien richten, denn das verfügbare Wissen verdoppelt sich mittlerweile alle fünf Jahre und wir brauchen digitale Unterstützung“, so der Neurobiologe, der an der Technischen Universität in Braunschweig lehrt und forscht und das dortige Zoologische Institut leitet.

„Die Auswahl von Lernwerkzeug muss allerdings den Lehrenden vorbehalten bleiben“, so der Wissenschaftler. Denn die Nutzung digitaler Medien im Unterricht ist weniger eine Frage der Technik, als des sinnvollen Inhaltes. Korte verwies in seinem gleichermaßen unterhaltsamen wie wissenschaftlich fundierten Vortrag darauf, dass analoge Techniken – wie selbstgeschriebene Notizen – für das Lernen ungemein hilfreich sind. „Denn allein durch die Motorik des Schreibens können Informationen im Gehirn besser gespeichert werden“, so Korte.

Ablenkungen durch Smartphones in der Schule und am Arbeitsplatz sind sowohl für Lehrkräfte als auch für Verantwortliche in Unternehmen ein heikles Thema. Er verwies auf eine Studie, bei der ausgewiesen wurde, dass jeder durchschnittlich 2 ½ Stunden täglich mit seinem Handy verbringt. Laut Studie wird das Handy 88 mal am Tag angeschaltet, 35 mal für kurze Unterbrechungen – z.B. der Blick auf die Uhr – und 53 mal für längere Unterbrechungen. Dass dies bei Lernprozessen und am Arbeitsplatz störend ist, versteht sich. Korte appelliert an das Auditorium, digitale Intelligenz zu fördern. Es geht darum,  zu verstehen, wie Algorithmen funktionieren und wie man diese sinnvoll nutzen kann. „Dies ist nicht mit dem unbedingten Einsatz von digitalen Lernwerkzeugen zu verwechseln.“

Im Publikum waren rund 70 Vertreter/innen aus Unternehmen und Institutionen und über 200 Lehrerinnen und Lehrer vom Niederrhein, die die Vortragsveranstaltung der Unternehmerschaft Niederrhein jedes Jahr im Herbst zum Austausch nutzen. Die Veranstaltung gehört zum festen Bestandteil des Jahresprogramms des niederrheinischen Arbeitgeberverbandes. Prof. Dr. Martin Korte stand nach seinem Vortrag für Fragen zur Verfügung und musste auf die Frage nach der Multitaskingfähigkeit zugeben, dass diese bei Männern und Frauen gleichermaßen schlecht ausgeprägt sei. „Zu viele Informationen gleichzeitig stören das Denken“, so sein Resümee.

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Jahresveranstaltung SCHULE WIRTSCHAFT 04112019
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